Seit Jahren wartet der FC St. Pauli darauf, dass ein Akteur aus den eigenen Reihen den Sprung in den Profi-Bereich meistert. Jetzt hat sich ein neuer „Kleiner“ für die große Bühne in Stellung gebracht.

Hinter Ersin Zehir liegt „eine perfekte Woche“. Auf der Adrenalin-Skala war Teil drei seiner bisher ereignisreichsten Tage „eine glatte Zehn“, sagt er im Gespräch mit der MOPO. „Allein schon beim Einlaufen im Volkspark, als das ganze Stadion gepfiffen hat – das war Gänsehaut-Feeling.“

Seine Einwechslung beim HSV war „die Krönung“, befindet der 20-Jährige, der bei seinem ersten Saisoneinsatz in Ingolstadt den 1:0-Siegtreffer vorbereitet hatte und fünf Tage später am Tor zum 2:1 über Paderborn beteiligt gewesen war. Und dann noch das Derby in einem Stadion, in dem er wenige Tage zuvor zum ersten Mal gewesen (beim 0:5 gegen Regensburg) und wo der Vater seiner Freundin Dauergast ist. „Aber passt alles, wir verstehen uns gut“, sagt Zehir lachend, „und dank mir ist er auch schon ein bisschen St. Pauli-Fan geworden.“

„Ich will schon mein Ding durchziehen“

Kann man verstehen, denn der junge Mann hat etwas. Eloquent, intelligent, bescheiden und in gesundem Maß selbstbewusst bringt Zehir neben seinem Talent alles mit, um im Zirkus Profifußball auf Sicht bestehen zu können.

„Das war jetzt der erste Schritt, aber ich muss noch einige Schritte gehen, um in der Zweiten Liga anzukommen“, erklärt er. Da ist es nicht zu Zehirs Schaden, dass er als „Sechser“ diverse erfahrene Kollegen im Team weiß. Ob Bernd Nehrig, Johannes Flum, Christopher Buchtmann oder Marvin Knoll, „ich kann mir von allen etwas abgucken“.

Auf Kosten der Individualität soll das aber nicht gehen. „Ich will schon mein Ding durchziehen“, betont er. Er sei ein Spieler, der Risiko geht. „Sonst kommen die Pässe von Ingolstadt oder Paderborn gar nicht zustande. Entweder man wird belohnt oder man kriegt einen Tritt in den Arsch.“

Variante A erlebt der gebürtige Lübecker gerade, Variante B wird er vermutlich auch noch erfahren. Aber er macht den Eindruck, als könne er das wegstecken. Und wenn dem so sein sollte, liegt noch ein bunter Weg vor Ersin Zehir.

 

Quelle: https://www.mopo.de/sport/fc-st-pauli/st–paulis-ersin-zehir-ein–kleiner–fuer-die-grosse-buehne-31389210

Foto: Witters

 

 

 

 

 

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