Manuel Wintzheimer wurde am letzten Tag der Sommer-Transferperiode vom HSV zum VfL Bochum verliehen und sammelt seitdem wertvolle Spielpraxis beim Revierclub. HSV.de sprach vor dem Montagabendspiel mit dem 21-jährigen Angreifer.

Am gestrigen Freitag (31. Januar) war es wieder soweit: Der „Deadline Day“, also der letzte Tag der Transferperiode, stand auf dem Plan. Einer, der sich mit diesem meist sehr ereignisreichen Tag im Fußball-Kalender seit dem vergangenen Sommer gut auskennt, ist Manuel Wintzheimer. Der 21-jährige Mittelstürmer wurde am 2. September 2019, kurz vor der Schließung der „Transferperiode l“, vom HSV an den VfL Bochum verliehen. An der Castroper Straße soll der deutsche U20-Nationalspieler in dieser Saison die nötige Spielpraxis erhalten, um den nächsten Schritt in seiner vielversprechenden Entwicklung zu gehen. Dieses Vorhaben geht bisher auf, schließlich stand der beim FC Bayern München ausgebildete Torjäger seit seinem Wechsel in elf von 14 möglichen Spielen auf dem Rasen und schoss dabei zwei Tore. Falls er am kommenden Montag (3. Februar, Anstoß: 20.30 Uhr) sein zwölftes Einsatz-Mandat erhalten sollte, würde Wintzheimer gegen seinen Stammclub auflaufen. Warum er diese besondere Konstellation ausblenden wird, wie er die sportliche Lage beim VfL Bochum und dem HSV bewertet und mit welchem ehemaligen Mitspieler er den meisten Kontakt pflegt, erklärt Manuel Wintzheimer im HSV.de-Gegnercheck.

Manuel Wintzheimer wechselte im Sommer 2018 zum HSV und bestritt vor seiner Leihe nach Bochum insgesamt neun Pflichtspiele, in denen er an vier Treffern direkt beteiligt war (drei Tore, ein Assist).

Moin Manu, hast du das HSV-Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg gesehen?
Ja, das habe ich mir natürlich angeschaut.

Wie hat dir der Auftritt der Rothosen gefallen?
Der HSV war sehr präsent, hinten stabil und in der Offensive äußerst kreativ. Das sah nach richtig gutem Fußball aus.
Stichwort Fußball. Du wurdest am 2. September 2019 für eine Spielzeit zum VfL Bochum verliehen, hast in dieser Saison bis dato in elf von 14 möglichen Spielen auf dem Rasen gestanden und zwei Tore erzielt. Wie bewertest du den

Verlauf der Leihe bisher?
Die Leihe hat sich bisher auf jeden Fall ausgezahlt, da ich in Bochum aktuell mehr Einsatzmöglichkeiten bekomme. Der VfL ist ein toller Verein, der mir eine gute Grundlage für Spielpraxis bietet. Ich bin zufrieden, will mich aber natürlich für mehr Einsätze empfehlen.

Kurz nach deiner Verpflichtung wurde mit Thomas Reis ein neuer Cheftrainer vorgestellt, der dich regelmäßig eingesetzt hat. Hat es geholfen, dass er zuvor die U19 des VfL Wolfsburg trainiert hat und dementsprechend geübt im Umgang mit jungen Spielern ist?
Das denke ich schon. Thomas Reis geht mit uns Spielern sehr gut um, er hat eine moderne Spielidee und ist insgesamt ein guter Trainer. Ich fühle mich sehr wohl und hoffe natürlich auch weiterhin auf eine gelungene Zusammenarbeit.

Du spielst jetzt schon rund anderthalb Jahre in der 2. Liga. Worauf kommt es in dieser Spielklasse generell und für dich speziell als Angreifer an?
Ich bin davon überzeugt, dass es ohne den nötigen Teamgeist in der 2. Liga nicht funktioniert. Du musst jedes Spiel Vollgas geben und darfst keinen Gegner auf die leichte Schulter nehmen, da jeder jeden schlagen kann. Die sogenannten Underdogs sind meistens als Kollektiv sehr stark. Für mich als Stürmer geht es deshalb vor allem darum, die wenigen Chancen zu nutzen. Jede Mannschaft in dieser Liga kann gut und hart verteidigen, darum hast du nicht viele Möglichkeiten für ein Tor.

Tore benötigt der VfL in den nächsten Wochen und Monaten dringend, um die gefährliche Zone in der Zweitliga-Tabelle zu verlassen. Wie schätzt du die sportliche Gesamtsituation an der Castroper Straße ein?
Momentan ist es schwer. Aber wenn man in einer kritischen Situation steckt, muss man umso mehr geschlossen auftreten, um da rauszukommen. Wir haben genügend Qualität im Kader, um den Turnaround zu schaffen. Dafür müssen wir aber jedes Spiel voll annehmen, denn Abstiegskampf ist nicht einfach. Wichtig ist, dass wir als Team agieren.

Thomas Reis übernahm vier Tage nach der Leihe von Wintzheimer das Cheftrainer-Amt beim VfL Bochum und setzte den 21-jährigen Angreifer seitdem regelmäßig ein.

Besser als beim VfL läuft es aktuell für den HSV, der auf Rang 2 steht. Wie bewertest du die Lage bei den Rothosen?
Auf jeden Fall positiv. Ich kenne fast alle Spieler aus dem Kader und kann aus der Ferne sagen, dass das Team sehr homogen wirkt. Auch der Trainerstab ist wirklich stark, von Dieter Hecking, Dirk Bremser und Tobias Schweinsteiger kann man viel lernen. Das sieht alles sehr rund aus, zumal die Berichterstattung auch deutlich positiver geworden ist. Ich schaue mir viele Spiele an und finde, dass das fußballerisch echt gut aussieht. Was beim HSV im Moment passiert, hat offenbar alles Hand und Fuß.

Du siehst den HSV also sehr positiv. Dein Leihvertrag beim VfL Bochum läuft im Sommer aus. Hast du schon einen Fahrplan, wie es beim HSV für dich weitergeht?
Auf jeden Fall wäre es schön, wieder für den HSV zu spielen. Wichtig ist für mich aber, dass die Einsatzchancen vorhanden sind. Im März setzen wir uns zusammen und werden in Ruhe erörtern, was der nächste sinnvolle Schritt ist. Bock habe ich aber definitiv, da der HSV ein tolles Stadion, super Fans und eine richtig gute Mannschaft hat.

Teil dieser Mannschaft ist auch Adrian Fein. Hast du dich mit deinem Kumpel schon bezüglich des Montagabend-Spiels ausgetauscht?
Adri kenne ich schon seit der U14, wir haben lange bei Bayern München zusammengespielt. Wir schreiben viel und telefonieren auch ab und zu. Aber auch mit Tom Mickel habe ich noch häufiger Kontakt. Vor einiger Zeit war ich mal wieder auf dem Trainingsgelände am Volkspark und habe mit einigen Jungs gesprochen.

Im Hinspiel am 16. August 2019 (1:0) hast du noch 90 Minuten im HSV-Trikot auf der Bank gesessen, kurz darauf wurdest du zum VfL verliehen. Ist es etwas Besonderes, jetzt gegen deinen Stammclub aufzulaufen?
Es ist immer etwas Besonderes gegen den „alten“ Club zu spielen und ich freue mich auf das Wiedersehen. Sobald ich auf dem Platz stehe, gebe ich aber immer 100 Prozent und blende aus, wie die Vertragskonstellationen sind. Aktuell spiele ich mit voller Kraft für den VfL.

Was erwartest du von der Partie?
Ich freue mich auf das Spiel. Das wird eine intensive Partie mit viel Kampf, bei dem auf beiden Seiten tolle Fußballer agieren. Wir stehen aktuell unten in der Tabelle, während der HSV mit dem klaren Sieg gegen Nürnberg gut gestartet ist und als Favorit ins Spiel geht. Dennoch haben auch wir Qualität, von daher erwarte ich ein interessantes Spiel.

 

Quelle: hsv.de

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