ER SPIELTE EINE AUFFÄLLIGE ERSTE ZWEILIGA-SAISON IN REGENSBURG, NUN MÖCHTE ER BEIM HSV DEN NÄCHSTEN SCHRITT MACHEN: DER VOM FC BAYERN AUSGELIEHENE ADRIAN FEIN.

HSV-Sportvorstand Jonas Boldt spricht im am Montag (24. Juni) erscheinenden HSVlive-Magazin im großen Interview zum Saisonstart unter anderem über das Thema Neuverpflichtungen. Welchen Spieler holt man und worauf wird dabei besonders geachtet. Und es geht auch um die Frage, ob und in welchen Fällen es nicht immer eine feste Verpflichtung sein muss, sondern wann unter Umständen auch mal eine Leihe sinnvoll ist. „Am Ende kann genau der Leihspieler, der aufgrund seiner Qualität unter normalen Umständen nicht zu uns kommen würde, der Schlüssel sein – er hilft uns und wir helfen ihm, indem wir ihm eine Plattform bieten, auf die er genau passt“, erklärt Boldt und fasst zusammen: „Leihgeschäfte können ein sehr probates Mittel sein.“

Eines dieser Leihgeschäfte schloss Boldt mit dem FC Bayern München ab, um Adrian Fein für eine Saison zum HSV zu holen. Der zentrale Mittelfeldspieler ist gebürtiger Münchner, durchlief nahezu alle Jugendteams des FCB, war als Jugendlicher Balljunge bei den Profis und durfte mit gerade einmal 17 Jahren erstmals im Training des deutschen Rekordmeisters mitmischen. In der Regionalliga-Mannschaft der Bayern sammelte Fein anschließend ein Jahr lang Spielpraxis und wurde zur Saison 2018/19 für den nächsten Schritt an den SSV Jahn Regensburg in die 2. Liga verliehen.

Dort avancierte er sofort zur unumstrittenen Stammkraft und konnte nur durch eine zwischenzeitliche Muskelverletzung ausgebremst werden. „Und der HSV ist jetzt wieder der nächste Schritt“, sagt der 20-Jährige Mittelfeldmann, dessen große Stärke seine Ballgewandtheit ist. Sehr gute Technik, kaum Ballverluste, jeder Pass mit einer Botschaft ausgestattet – mit diesen Attributen punktet er als zentraler Part des Spiels. Kein Wunder also, dass Fein ausgerechnet Bayerns Edeltechniker Thiago als großes Vorbild nennt, „bei ihm habe ich immer versucht, mir etwas abzuschauen, etwas zu lernen.“ Lernen von den Besten.

Doch nur theoretisches Lernen bringt einen nicht weiter, es musste Spielpraxis her. Deshalb: Vierte Liga bei den Bayern, dann 2. Liga in Regensburg, nun der HSV. „Mich haben die klare Perspektive und das klare Konzept der HSV-Verantwortlichen überzeugt. Ich möchte hier auf einem noch höheren Level mein Spiel weiter verbessern“, erklärt Fein, dem bewusst ist, dass die Konkurrenz im Team und auf seiner Position groß ist. „Konkurrenz ist gut“, sagt er, „Konkurrenz macht jeden besser, und ich will besser werden, deshalb wollte ich die Herausforderung beim HSV auch unbedingt annehmen.“

Alles soll eine Nummer größer werden: der Druck, der Konkurrenzkampf, das Stadion, die Erwartungen – alles für den nächsten Schritt, den Fein „annehmen und daran wachsen“ möchte. Das ist es, was Boldt an einer Leihe schätzt. Der Spieler will sich unbedingt weiterentwickeln, will sich präsentieren, und davon profitieren dann auch die Mannschaft und insgesamt der HSV. Eine Win-Win-Situation, zu der Adrian Fein möglichst viel und vor allem von Anfang an beitragen möchte. „Ich werde auch mal in die Stadt gehen, aber ich kenne Hamburg schon von einigen vorherigen Besuchen recht gut und werde auch gar nicht direkt in die Innenstadt ziehen, sondern möglichst dicht ans Stadion, um nah dran zu sein und keine Zeit im Auto zu verschenken.“ Totaler Fokus auf die Aufgabe also, nicht auf das Drumherum. Denn für Fein geht es – neben der Familie, die er in mehreren Tattoos verewigt hat – nur um den sportlichen Erfolg, seinen und den des HSV. „Ich wurde in der Mannschaft top aufgenommen und die Arbeitsbedingungen beim HSV sind optimal, es kann also losgehen.“ Auf ein gutes Jahr!

 

Quelle: HSV

Foto: Michael Schwarz

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