Seit Saisonbeginn läuft Adrian Fein für den Hamburger SV auf und hat sich schnell etabliert: Bislang verpasste der 20 Jahre alte Leihspieler vom FC Bayern München noch keine einzige Minute beim Tabellenersten der 2. Bundesliga. Auch im Mittelfeld der U 21 nimmt Fein eine tragende Rolle ein. Adrian Fein spricht im DFB.de-Interview mit Redakteur Karl Evers über Teamgeist, den kommenden Gegner Bosnien-Herzegowina und bisherige Wegbegleiter.

DFB.de: Herr Fein, der Nachmittag und Abend am Samstag war für das Team frei. So ein Ausgleich tut auch mal gut, oder?
Adrian Fein: Ich denke, es ist sehr wichtig, zwischendurch mal wieder etwas Anderes zu sehen und einfach mal aus dem Trainingsalltag rauszukommen, um den Kopf wieder freizubekommen.

DFB.de: Zudem gab es vorgestern wieder eine “Herzzeigen-Aktion” der U 21. Kinder und Jugendliche der Stiftung Waisenhaus Frankfurt haben das Team im Hotel besucht. Wie wichtig sind diese Begegnungen für Sie als Spieler?
Fein: In erster Linie ist es ergreifend, weil man die Schicksale dieser Kinder nur schwer nachempfinden kann. Wenn wir ihnen dann eine kleine oder sogar große Freude bereiten können, macht uns das natürlich umso mehr Spaß. Besonders, wenn man sieht, dass die Kinder interessiert sind: Wir haben beispielsweise mit einem Jungen Fußball gespielt und mit ihm an ein paar Tricks gearbeitet – das hat ihm total Spaß gemacht und er war danach überglücklich. Das freut uns natürlich.

DFB.de: Sie sind nun erst das zweite Mal als U 21 zusammen, im Spiel gegen Spanien hat aber schon vieles gut funktioniert. Wie gut haben Sie bisher zusammengefunden?
Fein: Natürlich braucht es anfangs immer ein bisschen Zeit, die verschiedenen Abläufe einzustudieren – gerade, wenn viele Spieler dabei sind, die noch nicht so viel zusammengespielt haben. Aber ich denke, dass wird jetzt von Mal zu Mal besser werden. Das konnte man gegen Spanien schon sehen.

DFB.de: Man bekommt auch den Eindruck, dass Sie als Gruppe in den letzten Tagen noch einmal enger zusammengerückt sind und bereits einen besonderen Teamgeist entwickelt haben.
Fein: Ja, das wächst tatsächlich immer mehr zusammen – insbesondere mit dem Spiel gegen Spanien. Das war ein Topgegner, gegen den wir uns mit allen Mitteln gewehrt haben. Die, die auf der Bank saßen, haben als Team mitgefiebert und die Spieler auf dem Platz angefeuert. Die wiederum haben alles reingeworfen, damit wir diesen Punkt mitnehmen. Da hat man definitiv gemerkt, dass wir als Mannschaft noch mehr zusammenwachsen.

DFB.de: Am Dienstag spielen Sie in Zenica gegen Bosnien-Herzegowina, den aktuellen Tabellenersten der Qualifikationsgruppe neun. Wie blicken Sie auf das Spiel?
Fein: Wir fahren da hin, um zu gewinnen und drei Punkte mitzunehmen. Wenn wir das umsetzen, was das Trainerteam von uns verlangt, unsere Stärken ausspielen und jeder mit der richtigen Einstellung in das Spiel geht, dann wird uns das auch gelingen. Wir müssen in jedem Fall eine Top-Leistung abrufen und dafür benötigen wir jeden einzelnen Mann.

DFB.de: Sie sind nun seit Saisonbeginn beim HSV und bisher in jedem Spiel zum Einsatz gekommen – immer von Beginn an. Hatten Sie das erwartet?
Fein: Dass es nun so gut läuft, damit habe ich nicht unbedingt gerechnet. Aber ich bin natürlich nach Hamburg gekommen, um zu spielen. Ich habe mir also schon zugetraut, dort eine gute Rolle einzunehmen. Ansonsten hätte der Wechsel für mich ja keinen Sinn ergeben. Natürlich gehört auch ein wenig Glück dazu, in guten und wichtigen Momenten in den Fokus zu rücken. Aber klar: Momentan läuft es für mich wirklich perfekt.

DFB.de: Durch Ihre zentrale Rolle übernehmen Sie auf dem Platz zwangsläufig ein Stück weit Verantwortung. Wie ist das neben dem Platz?
Fein: Neben dem Platz bin ich eher ein ruhiger Typ. Natürlich mache ich auch mal Schmarn, aber generell bin ich ein bisschen entspannter und schaue mir alles in Ruhe an.

DFB.de: Sie sind beim FC Bayern München ausgebildet worden. Wie sehr hat Sie diese Zeit geprägt?
Fein: Extrem. Ich habe meine gesamte Jugendzeit dort verbracht und es gab viele Persönlichkeiten, die mich geprägt haben – seien es die Trainer oder die Physiotherapeuten. Da waren einige Menschen dabei, die mir speziell in Erinnerung geblieben sind.

DFB.de: Welche?
Fein: Es ist immer schwierig, jemanden besonders herauszuheben. Wer mich in meinem Spiel sehr weitergebracht hat, ist Tim Walter, der mir noch mehr Lösungsansätze für bestimmte Spielsituationen mitgegeben hat. Das hilft mir bis heute und dafür bin ich sehr dankbar.

DFB.de: Sie sind im Winter 2017 auch mit der 1. Mannschaft des FC Bayern ins Trainingslager nach Doha gereist. Haben Sie davon noch besondere Eindrücke in Erinnerung?
Fein: Joshua Kimmich hat uns junge Spieler ein bisschen mit an die Hand genommen und saß auch bei uns am Essenstisch. Wir haben uns auch einmal lange mit ihm über Dinge außerhalb des Fußballs wie beispielsweise die Schule unterhalten – das war ziemlich cool von ihm.

 

Quelle: DFB

Foto: imago-images

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