Außenbandriss, muskuläre Verletzungen, eine langwierige Virus-Erkrankung. Philipp Ziereis (24) musste schon einiges einstecken in seiner jungen Karriere.
Das Schlimmste aber war der Riss seines Gesäßmuskels am letzten Spieltag der Saison 2016/17 in Bochum. Ziereis: „Die OP, sechs Wochen Schiene und Krücken – das hatte ich noch nie.“
Den Sommer ackerte Ziereis durch, ließ auch den geplanten Familienurlaub in Italien anlässlich des 50. Geburtstags seiner Mama sausen. Bitter, aber die Reha hat sich gelohnt. Seit dieser Woche trainiert „Zier“ wieder an der Kollau. Zum Glück…
„Mir wurde ein Titan-Anker ins Becken gebohrt, daran die Sehne genäht, die den Muskel nach oben gezogen hat. Der Muskel ist über den Anker am Becken festgewachsen, klinisch verheilt“, erklärt Ziereis. „Ich hatte Glück, dass genügend Sehne da war, um den Muskel festzunähen. Es wäre sonst sehr viel schwieriger geworden.“
Wann Ziereis wieder auf dem Platz steht, weiß er selbst nicht. Ziel sind noch einige Einsätze in der Hinrunde. „Ich glaube nicht, dass ich noch bis Dezember ausfalle. Aber kein Arzt kann im Moment sagen, wann ich wieder fit sein müsste.“
Am Tag trainiert Ziereis zwei Mal. Laufen, Kraft-Übungen („an der Beinpresse kann ich schon Gas geben“), dazu Massagen und Behandlungen. Ziereis: „In den nächsten Wochen steigern wir das Pensum, bis ich wieder sprintfähig bin.“ Im Juni konnte er nicht mal sitzen…
Wie sehr litt er mit die letzten Spiele?
„Alles im Fernsehen zu sehen, war komisch“, sagt Ziereis. „Nach dem guten Start waren die letzten beiden Spiele nicht so gut. Aber ich bin mir sicher, dass die Jungs den Schalter umlegen können.“
Ein Saison-Ziel will er nicht formulieren. „Die Mannschaft gibt Gas und spielt guten Fußball. Zwei Spiele kann man immer mal verlieren. Ich glaube, wir sind auf einem guten Weg.“

 
Quelle: http://www.bild.de/sport/fussball/st-pauli/ziereis-karriere-haengt-am-titan-anker-52974192.bild.html

Foto: FC St. Pauli/Witters

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